Fotografie von Menschen – eine Klassifizierung

Häufig werde ich von Kunden und Kundinnen gefragt, was die einzelnen Begriffe wie „Portrait“, „Beauty“, „Glamour“ und so weiter genau bedeuten und wie man sie unterscheidet.

Ich werde deshalb hier einfach mal einen generellen Überblick über die möglichen Formen der Fotografie von Menschen abliefern. Ich werde dabei versuchen, jede dieser Möglichkeiten absolut neutral zu beschreiben. Schließlich gibt es keine Form der Fotografie, die so kontrovers betrachtet wird wie die Fotografie von Menschen. Diese Kontroverse entsteht spätestens beim Thema Aktfotografie, die in ihrer Weiterführung fließend in die Pornografie übergeht. Hier kommt die Frage auf, wann eine Abbildung des menschlichen Körpers noch ästhetisch ist, und wann sie geschmacklos bzw. völlig inakzeptabel ist. Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten, sondern hängt von der Auffassung und dem Empfinden derjenigen Menschen ab, die solch ein Bild betrachten. Für bestimmte religiöse Gruppen sind zum Beispiel Dessous- und Bikiniaufnahmen bereits völlig inakzeptabel, während liberaler eingestellte Menschen auch in einem freizügigen Akt nichts Anrüchiges finden.

Auch im journalistischen Bereich gibt es verschiedene Auffassungen von Ethik. Ist es in Ordnung, Prominente in ihrer Freizeit zu behelligen und Bilder zu verkaufen und zu verbreiten, auf denen sie gerade in einer peinlichen Situation zu sehen sind? Und wie weit darf eine Bildreportage über ein Ereignis aus dem Zeitgeschehen gehen? Da ist die Mutter, die weinend ihr verhungertes Kind im Arm hält. Dort ist eine Grube, die gefüllt ist mit verstümmelten Leichen. Ist es in Ordnung, dies alles zu fotografieren und zu zeigen? Letzten Endes lassen sich auch diese Fragen nicht allgemeingültig beantworten.

Sie sehen, dass die Arbeit eines Fotografen nicht nur künstlerisch, sondern auch rechtlich und ethisch durchaus anspruchsvoll ist.

Kommen wir nun zur angekündigten Klassifizierung, die man unter drei verschiedenen Aspekten angehen kann:


I. Unterscheidung nach dem Bildausschnitt

1) Hier haben wir das Ganzkörperbild (Bodyshot) – Es stellt die Person immer mit dem gesamten Körper dar, einschließlich der Arme und Beine. Die Pose kann stehend, sitzend oder liegend sein, das spielt keine Rolle.

2) Das klassische Portrait – Die Aufnahme beschränkt sich auf Kopf und Schultern (Büste) oder auf den Kopf alleine.

 

3) Nahaufnahme, Detail (Close Up) – Diese Methode zeigt nur enge Ausschnitte des Körpers. Jeder Körperteil kann hier zum alleinigen Bildmotiv werden (Hände, Füße, Bauch, Auge etc.)


II. Unterscheidung nach Stil und Posing

1) Journalistisch, dokumentarisch – Die Personen wissen oft nicht, dass sie fotografiert werden. Es sind Fotos aus dem Alltag, von Veranstaltungen oder Schauplätzen aus dem Zeitgeschehen. Hierzu gehören auch Paparazzo-Fotos von Prominenten.

2) Lässig (Casual) – Die fotografierten Personen zeigen sich in natürlichen, lockeren und legeren Körperhaltungen. Sie wissen jedoch immer, dass sie fotografiert werden.

 

3) Traditionell, Formal – Dies sind gestellte Aufnahmen für Passbilder und Bewerbungen, sowie seriöse und schlichte Portraits von Privatleuten oder Unternehmern. Das typische „Business-Portrait“ gehört zum Beispiel hierher.

 

4) Schönheit (Beauty) – Hier geht es um die besondere Hervorhebung oder Unterstreichung der Schönheit einer Person, zumeist von Frauen. Durch Make-up und Kleidung, aber auch durch Filter oder digitale Bearbeitung können Gesichter makellos dargestellt oder sogar verjüngt werden.

 

5) Luxus (Glamour) – Das ist Beauty-Fotografie in Verbindung mit glamouröser Kleidung und feinen Accessoires (Schmuck), sowie mit eleganten oder extravaganten Posen. Haare und Make-up sind dabei häufig nicht „alltagstauglich“. Oft hört man auch den Ausdruck „High Class“. Dieser Begriff sagt jedoch nur aus, dass eine Fotoproduktion aufwändig und teuer ist. Dem konkreten Bildergebnis muss man das aber nicht unbedingt ansehen.

 


III. Unterscheidung nach Freizügigkeit

1) Mode (Fashion) – Aufnahmen völlig bekleideter Personen in allen denkbaren Bekleidungsstilen. In Fotos für den gewerblichen Mode-Bereich tritt die Person sogar gegenüber den Kleidungsstücken in den Hintergrund.

2) Dessous, Bikini – Aufnahmen von leicht bekleideten Personen, für gewöhnlich in Unterwäsche oder Bademode.

 

3) Teilakt – Aufnahmen teilweise unbekleideter Personen, konkret mit freiem Oberkörper. Hierbei dürfen Brustwarzen sichtbar sein, doch der Schambereich muss ausdrücklich durch Textilien verhüllt sein.

 

4) Klassischer Akt (Playboy-Style) – hier ist die abgebildete Person völlig unbekleidet, doch der Körper ist so arrangiert, dass der Schambereich nicht zu sehen ist. Man findet diesen Stil auch sehr häufig in der klassischen Malerei.

 

5) Freizügiger Akt (Penthouse-Style) – wie klassischer Akt, jedoch mit Einbeziehung der Geschlechtsteile in die Abbildung. Trotzdem ist die Bildaussage nicht vordergründig erotisch.

Hinweis: Die nachfolgenden Kategorien gehören nicht zu unserem Angebotsspektrum. Sie werden hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Wir distanzieren uns ausdrücklich von Bildwerken mit pornografischen Inhalten und lehnen Anfragen in diese Richtung ab.

6) Pinkshot – Aufnahmen, auf denen das weibliche Geschlechtsorgan in der Weise abgebildet ist, dass die innere, rosafarbene Haut sichtbar ist.

 

7) Softcore-Erotik – Aufnahmen mit sichtbarem Schambereich und vordergründig erotischem bzw. sexuellem Inhalt, mit entsprechenden Posen und Accessoires, wie z.B. Sex-Spielzeug.

 

8) Hardcore-Erotik – Aufnahmen von Personen, die eindeutig sexuelle Praktiken ausüben. Die Verfasser entsprechender Bildwerke kennen hier keine Grenzen. Regeln zu Bildaufbau und Ästhetik ordnen sich meist völlig dem Zweck zur Bedienung von primitiven Sexgelüsten unter.